Der Mineralbrunnen Niederselters war am Internationalen Tag des Museums für eine Kunstausstellung mit dem Thema “Wasserwelten” geöffnet. Die Themenwahl fiel den Ausstellenden Gesilla Tietze, Brunhilde Butzbach, Hildegard Heckelmann und Susanne Messer nicht schwer, denn der gewählte Ausstellungsort, der Mineralbrunnen in Niederselters ist ein Ort, der dazu herausfordert eine Ausstellung zum Thema Wasser – Wasserwelten zu gestalten. die vier Künstlerinnen haben die vielfältigen Erscheinungsformen des Themas Beispielhaft aufgegriffen und ihre Interpretationen, ihre Wasserwelten bildnerisch festgehalten. Die Besucher erwarteten insgesamt 56 Werke, davon elf Bilder in Acryl und Öl von Brunhilde Butzbach, 15 Bilder Aquarell von Hildegard Heckelmann, 12 Bilder in Acryl von Susanne Messer und 18 Bilder in Acryl, Pastell und Öl von Gesilla Tietze.

Sehr zur Freude der Organisatorin Gesilla Tietze hatten sich am Samstagnachmittag zahlreiche Kunstinteressierte zur Vernissage in der schönen, passenden Location eingefunden und nachdem sie die Gäste kurz begrüßt hatte, richtete, stellvertretend für den verhinderten Bürgermeister Bernd Hartmann, die Beigeordnete Monika Baumann Grußworte an die Künstlerinnen und lobte das gelungene Zusammenspiel zwischen Raum und den Bildern, ehe sie die Ausstellung offiziell eröffnete.
Musikalisch wurde die Eröffnung von Herbert Pechmann, mit passenden Liedern, begleitet auf seiner Gitarre, untermalt.

Kunstausstellung

Nach der offiziellen Eröffnung nutzten die Kunstliebhaber die Gelegenheit in Ruhe die Bilder zu erforschen, eine Vielzahl an Arbeiten in ganz unterschiedlichen Techniken zog sie in ihren Bann. Während die Werke von Brunhilde Butzbach und Susanne Messer vorwiegend mit Acrylfarben hergestellte Arbeiten zeigten, waren Hildegard Heckelmanns Bilder ausschließlich Aquarelle und Gesilla Tietze zeigte Werke mit Acryl, und Ölfarben sowie mit Pastellkreide gemalt.

Während die Gäste durch die Ausstellung bummelten umrahmte Herbert Pechmann mit Gitarrenmusik und Gesang die sehenswerte Ausstellung. Die vier ausstellenden Künstlerinnen freuten sich angesichts der großen Resonanz und das die Besucher sich Zeit nahmen, Auszeiten einlegten und bei einer Tasse Kaffee fachsimpelten.



Ab 1. April 2016

ist das Selterswassermuseum
im Niederselterser Mineralbrunnen
wieder sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Eintritt:

Kinder bis 6 Jahre: frei
Kinder und Jugendliche 6 – 18 Jahre: 1,00 €
Erwachsene: 3,00 €

Lesung1

Bei hochsommerlichen Temperaturen fand vor wenigen Tagen am 16. Juli abends im Mineralbrunnen Niederselters eine Lesung statt. Viele Büchernärrinnen/-narren kamen nach Selters und wollten die Autorin Claudia Thesenfitz bei ihrer zweiten Lesung zu ihrem Glücksroman Sekt oder Selters(die erste Lesung fand auf Sylt statt) kennenlernen. Die Veranstalter – die Bad Camberger Bücherbank und die Gemeinde Selters (Taunus) – freuten sich über ein volles Haus, die Veranstaltung war bis auf den letzten Platz ausverkauft.


Lesung2 Zum Buch Sekt oder Selters:

Kein Spaß bei der Arbeit, keinen Kerl im Bett, keine Kohle auf dem Konto
- so kann es nicht weitergehen für Nina Mertens.
Die eigensinnige und temperamentvolle Hamburgerin fasst einen Plan,
der es in sich hat: Sie wird sich einen attraktiven Millionär angeln.
 Und zwar auf Sylt, wo die Millionärsdichte am höchsten ist.
Ein Ferienhaus ist unbezahlbar. Also campen in Kampen!
Kaum angekommen visiert Nina potentielle Kandidaten an und stellt fest,
dass nicht alles glänzt, was Gold ist. Gut, dass ihr Elli,
ihre 83-jährige Zeltplatznachbarin, mit Lebenserfahrung
und altersuntypischer Frechheit zur Seite steht.
Waghalsig stürzt sich Nina in ein Chaos …
 


Lesung3
Viele ließen sich von der Autorin Claudia Thesenfitz
ihren erworbenen Sommerroman signieren.

 
Claudia Thesenfitz schrieb zur Lesung in ihren Blog:

ES WAR HEISS, ES WAR VOLL, ES WAR LUSTIG!

Vorgestern Abend hielt ich die zweite Lesung meines Lebens – in Selters, dem zweiten Ort des Titels meines Romans. Selters hat zwar fast sechsmal so viele Einwohner wie Kampen (der Ort der ersten Lesung) – ist aber ungerechterweise ungleich viel weniger berühmt. Dabei hätte die charmante Taunus-Gemeinde allen Grund dazu: Aus der hier sprudelnden Quelle stammt nämlich das weltberühmte Mineralwasser: Selters!
Doch zurück zur Lesung: Sie fand im Selterswasser-Museum statt, dass außer den rund 80 Zuhörern auch noch über 2000 Mineralwasserflaschen – die größte Mineralwasserflaschen-Sammlung der Welt – beherbergt!
Gestartet sind wir um 19 Uhr und es war heiß. SEHR heiß!! Es herrschte die für eine norddeutsche Autorin unvorstellbare Temperatur von 33 Grad – und das kurz vor Sonnenuntergang.
Die Stimmung im Saal entschädigte allerdings für den Schweiß auf der Stirn: Durchgehend gute Laune, viel Spaß und ein äußerst sympathisches Publikum, das ich beim Lesen richtig lieb gewonnen habe.
Großen Dank auch nochmal an Daniel Ott von der Camberger Bücherbank, der meinen Roman quasi „entdeckt“ und die Lesung organisiert hat. Mit seinem Namensvetter, dem Therapeuten Herrn Ott in meinem Roman, hat er allerdings ausdrücklich nichts zu tun!
Ein herzliches Dankeschön auch an Herrn Hartmann, den Bürgermeister des Ortes, und an Frau Altmann, der „Frau für alles“, sowie an die Gemeinde Selters für diese wundervolle Einladung!
Ich komme gerne wieder!

Für Freunde historischer Fahrzeuge war die Durchfahrt von über 90 schmucken Oldtimern durch den Landkreis mit kurzem Stopp am Mineralbrunnen in Niederselters im Rahmen der Oldtimerrallye Wiesbaden eine tolle Sache. Viele Besitzer von Oldtimern und Mitglieder regionaler Vereine kamen begeistert zum Ort des Geschehens, um untereinander und mit den Fahrern zu fachsimpeln und auch Fotos der teilnehmenden Wagen zu schießen.
Dabei wurde deutlich, dass Oldtimer sammeln wahrlich kein billiges Hobby ist. Andererseits gibt es aber auch Liebhaber, die den Kauf der teilweise Jahrzehnte alten Wagen als Geldanlage sehen. Wer sie gut pflegt und stehen lässt, kann mit einem satten Wertgewinn rechnen. Für den Außenstehenden unvorstellbar, dass der teuerste Teilnehmerwagen ein Mercedes 540 C Kabrio des Baujahres 1936, laut anwesenden Fachleuten, einen aktuellen Marktwert von bis zu sechs Millionen Euro haben soll, weil es eben weltweit nur noch ein knappes Dutzend Exemplare dieses Modells geben soll.
Viele der Fahrzeuglenker hatten nicht nur ihre Autos herausgeputzt, sondern sich auch selbst in Schale geworfen, um bei der Ausfahrt eine gute Figur zu machen. Als besonderen Gast konnte der I. Beigeordnete Ralf Weiss Schlagerstar Roberto Blanco begrüßen.
Viele blieben beim Zwischenstopp in Niederselters deutlich länger als nötig, weil sie sich freuten, wenn andere sie nach ihren Schmuckstücken fragten und mit ihnen über das gemeinsame Hobby diskutierten.

Oldtimerrallye1 Oldtimerrallye2

Selbstverständlich durften alle Fahrer auch mal einen Becher Wasser kosten.
Weil der Tag wegen eines Sektherstellers als Hauptsponsor unter dem Motto „Sekt oder Selters“ stand, passte die kleine Pause in Selters super ins Programm.

 

Jean Philippe Dussourd, Lokalhistoriker aus dem elsässischen Chatenois (Kestenholz) und guter Bekannter von Dr. Norbert Zabel und Eugen Caspary, hatte vor wenigen Wochen in Straßburg einige Selterswasserkrüge entdeckt und später erworben. Darunter befand sich ein Krug mit einem Fehlstempel aus der herzoglich-nassauischen Zeit (1830 – 1866).

SeltersBrunnen2 2

Bei seinem letzten Besuch schenkte er dem Selterswassermuseum diesen Krug, der die dort zu sehende Sammlung um eine Besonderheit erweitert.

Doch sind 2014 nicht nur in Straßburg alte Selterswasserkrüge gesichtet worden. In der Danziger Bucht hatte der Meeresarcheologe Thomas Bednarz einen 200 Jahre alten Krug in einem Schiffswrack entdeckt, der noch gefüllt war und dessen Inhalt nun von zwei Chemikern untersucht werden soll. Auch wurden der Gemeinde Selters aus Bamberg (Bayern), Wilhelmshaven (Norddeutschland), aus der Slowakei sowie aus Graz (Österreich) Krugfunde in den letzten Monaten gemeldet. All dies belegt einmal mehr, dass schon weit vor dem Ersten Weltkrieg das Selterser Heilwasser Kunden in aller Welt hatte.

 

Polnische Meeresarchäologen haben in einem in der Danziger Bucht gesunkenen Schiff einen Selterswasserkrug geborgen. Der gut erhaltene Krug, der noch immer mit Selterswasser gefüllt ist, stammt aus der Zeit um 1820 und kann zwischenzeitlich im nationalen Maritim-Museum in Danzig (pol.: Gdansk) besichtigt werden.

Die Frage, die der politische Historiker Tomasz Bednarz gestellt hat, warum Selterswasserkrüge vor 200 Jahren nach Danzig gebracht wurden, lässt sich relativ leicht beantworten. In der Goethe-Zeit – J. W. Goethe besuchte 1815 den Seltersbrunnen –  wurde das Selterswasser in fast allen europäischen Großstädten von Apothekern und Ärzten, aber auch von Händlern und Gastwirten angeboten. Selterswasser war ein Heilwasser für viele Krankheiten, deshalb bezeichnete man auch den Seltersbrunnen als den berühmtesten Gesundbrunnen Deutschlands.

Selterswasser wurde im Ostseebereich jedoch nicht nur nach Danzig verkauft, es fand seinen Weg auch nach Riga, St. Petersburg und Stockholm.

Der gut erhaltene Krug, eine Fotografie liegt der Gemeinde Selters vor, lässt die Aufschrift Selters und die Buchstaben HN im Krugstempel deutlich erkennen. Dieser Krugstempel wurde zwischen 1806 und 1830 benutzt. HN steht für Herzogtum Nassau. In jenen Jahren (1806-1830) wurden jährlich zwischen 1 und 2 Millionen Krüge mit Selterswasser gefüllt und europaweit verkauft. Wichtige Abnahmeländer waren die Niederlande, England und Frankreich, den Hauptabsatzmarkt bildeten jedoch die deutschsprachigen Territorien.

Wie Tomasz Bednarz mitteilte, will man den Krug in Danzig nicht öffnen. Trotzdem wüsste man gern, ob dieses Wasser noch heute trinkbar sei. Dr. N. Zabel glaubt, dass das 200 Jahre alte Selterswasser, luftdicht verschlossen und kühl im Schiffswrack in der Ostsee gelagert, noch immer Trinkwasserqualität habe. Er verweist dabei auf die Untersuchungen von Prof. Dr. Remigius Fresenius (Wiesbaden), der vor 150 Jahren Selterswasser analysierte, es dann 15 Jahre lang lagerte und danach wieder untersuchte und zu dem Ergebnis kam, dass sich das Selterswasser in seiner Beschaffenheit trotz der langen Lagerzeit nicht verändert habe.

Dass der Krug in Niederselters gefüllt wurde, kann nicht ernsthaft bezweifelt werden. Kein deutscher Brunnenbetrieb, konnte in herzoglich-nassauischer Zeit (1806-1866) mit dem Selterswasser konkurrieren. Und noch eine Frage bewegte in der letzten Woche, als der Fund in Rundfunk und Presse bekannt gemacht wurde, die Gemüter. Sollte der Krug für das Selterswassermuseum erworben werden? Die Auffassung der Niederselterser Lokal-Historiker ist eindeutig: Der Krug war auf dem Weg nach Danzig. Nun ist er nach 200 Jahren dort angekommen. Dort sollte er im maritimen Museum verbleiben. Er ist ein weiterer Beweis für die Bedeutung des Selterswassers in vergangener Zeit. Und er erklärt auch indirekt, weshalb noch heute jeder Deutsche die Bezeichnung Selterswasser kennt. Ein Hinweis zum Schluss: Im Selterswassermuseum gibt es einige Krüge aus der frühen herzoglichen Zeit. Ein Ebenbild des in Danzig gefundenen Kruges lässt sich auch in der Krugvitrine finden, allerdings ist dieser ungefüllt, jedoch auch 200 Jahre alt.

 


Kultusstaatssekretr besucht Selterswassermuseum
V. l. n. r. Bürgermeister Bernd Hartmann und Staatssekretär Dr. Manuel Lösel,

Altbürgermeister Dr. Norbert Zabel  und Eugen Caspary
vom Geschichtsverein Goldener Grund Niederselters

Im Rahmen der Europawoche besuchte Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel das Wahrzeichen der Gemeinde Selters, den Brunnentempel, das Selterswassermuseum sowie die gesamte historische Brunnenanlage. Sie gehört zweifellos zu den nationalen Kulturdenkmälern, zumal Selterswasser eine Bezeichnung für Mineralwasser ist, die deutschlandweit bekannt ist.

Aufgrund der Zuschüsse der Europäischen Union, des Bundes und Landes, des Kreises Limburg-Weilburg sowie privater Spender konnte der Niederselterser Mineralbrunnen restauriert und das Selterswassermuseum im Jahr 2011 eröffnet werden. Das Museum zeigt die fast fünfhundertjährige Geschichte des Mineralbrunnens und ist zugleich Teil des Geoparks Mittelhessen. Der Besucher erfährt hier, wie aus einer Wasserstelle am Ortsrand von Niederselters eine bekannte Heilquelle wurde, deren Wasser schon im 18. Jahrhundert an Europas Fürstenhöfen  und später in Amerika, Asien und Südafrika geschätzt wurde.

„Ich freue mich sehr, dass der Selterswasserbrunnen und sein Museum durch die Förderung des Europäischen Landwirtschaftsfonds sowie durch Zuschüsse des Landes Hessen und anderer Unterstützer zu einem attraktiven Ausflugziel für Familien und Schulen in unserer Region geworden ist. Das Wasser aus der Seltersquelle hat damit nicht nur aufgrund seiner Geschichte einen europäischen Bezug, sondern ist auch ein Beispiel dafür, wie vielfältig unser Lebensraum mit der Europäischen Union verbunden ist. Umso wichtiger ist es, die anstehende Europawahl als Chance der Mitgestaltung anzusehen. Wir brauchen eine starke Europäische Gemeinschaft, von der Hessen in vielen Bereichen profitieren kann“, so Staatssekretär Dr. Manuel Lösel. „Selters sei dafür ein gutes Beispiel.“

Seit 1994 richten die Länder gemeinsam mit der Bundesregierung, den Vertretungen der Europäischen Kommission in Deutschland und der Vertretung des Europäischen Parlamentes in Berlin jährlich im Mai die Europawoche aus. In diesem Jahr findet sie somit bereits zum 19. Mal statt. Anlass für Dr. Manuel Lösel sich mit der Geschichte des Selterswassers auseinander zu setzten, die ja auch europäische Dimensionen hat, da im 19. Jahrhundert man in England schon von „Seltzer water“ und in Frankreich von „L’eau de Seltz „ sprach.


Dass der Niederselterser Mineralbrunnen Deutschlands berühmtester Gesundbrunnen war, wird nun eindrucksvoll auf 320 Seiten von den Autoren Dr. Norbert Zabel, Eugen Caspary und Willi Hamm belegt. Jedermann kennt noch heute die Bezeichnung Selterswasser. Johann Wolfgang von Goethe und Otto von Bismarck haben es regelmäßig getrunken, Prof. Dr. Remigius Fresenius analysierte es schon vor 150 Jahren, und die Fa. Lehnig hat es in Millionen deutsche Haushalte im Rahmen ihres Getränke-Heimdienstes geliefert.

Buch Selterser Brunnengeschichte


Wer also wissen will, was in den letzten 500 Jahren an Deutschlands bekanntestem Mineralbrunnen geschehen ist, kann die „Geschichte des Mineralbrunnens Niederselters“ bei der Gemeindeverwaltung, Rathaus Niederselters, Brunnenstr. 46, im Selterswassermuseum (geöffnet samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr) sowie in der Buchhandlung Linz in Niederselters, Am Schwimmbad 9, und bei der Camberger Bücherbank, Limburger Str. 28, Bad Camberg, zu einem Preis von 20 € erwerben.