15 Minuten dauert der neue Werbefilm über den Niederselterser Mineralbrunnen, der am „Tag des Wassers“ am 22. März 2012 erstmals im Brunnencomptoir gezeigt wurde.
Es war keine leichte Aufgabe für den Vorsitzenden des Geschichtsvereins Goldener Grund und Ehrenbürgermeister Dr. Norbert Zabel, der gemeinsam mit Eugen Caspary und Franz Josef Stillger einen Leitfaden für diesen Dokumentarfilm entwickelte.

Lebendig sollte der Film werden, nicht überfrachtet mit historischen Beschreibungen, leicht verständlich und so strukturiert, dass beim Betrachter von der vielbeschriebenen fünfhundertjährigen Geschichte etwas hängen bleibt.
Als am 26. Juni 2011 feierlich mit vielen Ehrengästen und zahlreichen Besuchern die Brunnenanlage der Bevölkerung übergeben wurde, begannen die Dreharbeiten. Bei herrlichem Wetter und mit hunderten Laienschauspielern wurden von den Profi-Filmemachern um Michael Schoppe eindrucksvolle Szenen eingefangen, die den Film durchziehen, ihm ein freundliches Gesicht verleihen.
Die Bilder zeigen gekonnt die bauliche Schönheit der Gesamtanlage. Allerdings muss ein Film über die bekannteste Quelle Deutschlands mehr als schöne Bilder liefern; er muss tiefer blicken, bis in die geologischen Verhältnisse, die dieses Wasser erst entstehen ließen, er muss erklären, warum man in ganz Deutschland Selterswasser kennt, und er muss erzählen, warum schon im 16. Jahrhundert ein berühmter, bekannter, vielzitierter Wormser Arzt das Selterswasser aus einer Heilquelle entspringen sah. Dem Zuschauer sollen die historischen Abläufe in einfachen, nachvollziehbaren Schritten dargeboten werden.
Der Film erinnert deshalb auch an lange vergessene Zeiten, an Staaten, die von der Landkarte verschwunden sind, wie Kurtrier, Nassau oder Preußen. Er lässt uns in Zeiten blicken, als für die Kurfremden Hotels und Gasthäuser in Niederselters errichtet wurden, als Niederselters vom Brunnen lebte.
Die nassauischen Herzöge kamen zu Wort, die den Kurbetrieb beseitigten, um die immensen Einnahmen aus dem Wasserverkauf in die eigene Tasche stecken zu können.
In jener Zeit hatte das Selterswasser hinsichtlich des Absatzes eine Spitzenposition in Deutschland und Europa. Viele Bücher berichten darüber. Apollinaris und Löhnberg-Selters spielten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch keine Rolle, Fachingen gehörte zu den kleinen heimischen Sauerbrunnen.
Der Begriff Selterswasser wanderte in jenen Jahren in andere Sprachen ein, was ausländische Mitbürger werbewirksam zeigen.
Auf den Konkurrenzkampf nach der Verpachtung an Friedrich Siemens, auf die Umbauphase zwischen 1905 und 1911, auf den folgenden Niedergang wird ein erläuternde Blick geworfen, und vergessen wurde auch nicht, die drei düsteren Jahre 1942 – 45 zu dokumentieren, als die SS Sudetenquellwasser aus der Seltersquelle füllte und verkaufte und mit Zwangsarbeiterinnen die Produktion aufrecht erhielt.
Den erfolgreichen Wiederbeginn in der Wirtschaftswunderzeit, als Lehnig deutschlandweit seine Getränke in die Haushalte transportierte, belichtet der kleine Film ebenso wie die Zeitabschnitte, die mit den Brauereien Herrenhausen und Bindung verbunden sind.
Und voller Stolz wird gezeigt, was in den letzten zehn Jahren aus der Industrieruine über der altberühmten Seltersquelle mit Hilfe der BRD, des Landes Hessen und europäischer Fördertöpfe wurde.
Der mit viel Beifall aufgenommene Film soll nahebringen, warum über 6 Millionen Euro in dieses besondere Kulturdenkmal investiert wurden; soll helfen, die Vergangenheit zu verstehen und erläutern, warum die Gemeinde Selters (Taunus), deren Name bekannter ist als jede Sektmarke, ohne diese Quelle wohl keinen überregionalen Bekanntheitsgrad jemals erreicht hätte.

Bürgermeister Bernd Hartmann bedankte sich bei allen, die an der Erstellung des Films „Geschichte des Niederselterser Mineralbrunnens“ tatkräftig mitgewirkt haben, von dem Redaktionsteam, Herrn Dr. Zabel, Herrn Caspary und Herrn Stillger, bis zu den Laien-Darstellern, bei den Förderinstitutionen, bei den Selterser Gremien für die entsprechenden Beschlüsse sowie bei der Firma 8mb graphic-design Michael Schoppe, ansässig in Frankfurt, die den Auftrag für diesen Imagefilm - gemeinsam mit Luftbildaufnahmen des Mineralbrunnens, mit Panoramaaufnahmen als Webseitenerweiterung und mit Rundumansichten einzelner Selterswasserkrüge – erhalten hatte.
Diese filmische Dokumentation über die Geschichte des Niederselterser Mineralbrunnens wird ab sofort im Rahmen von Führungen gezeigt.

Die Prämiere des mit viel Beifall aufgenommenen Filmes wurde abschließend mit einem kleinen Stehempfang im Foyer mit Sekt und Selters gefeiert.